Golden Globes verliehen, deutschsprachige Gewinner
18. Januar 2010 von Martin Wolkner
Kategorie: Allgemein, Film
Avatar, Golden Globe für bestes Drama
Jedes Jahr im Januar werden die amerikanischen Golden Globes verliehen. Diese sind an sich schon wichtige Filmpreise, doch gelten sie auch als Tendenzgeber für die darauf folgenden Oscars, welche die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) dieses Jahr am 07.03.2010 verleihen wird.
Gestern war es wieder so weit: die Golden Globes 2009 wurden verliehen. Große Überraschungen gab es kaum – außer für Österreicher und Deutsche.
Als bestes Drama wurde “Avatar – Aufbruch nach Pandora” geehrt, ebenso dessen Regisseur John Cameron. Cameron, der die Kinozuschauer zwölf Jahre auf einen neuen Film nach “Titanic” warten ließ, darf sich nun also ernsthafte Hoffnungen auf einen zweiten Oscar machen. Die beste Komödie des letzten Jahres ist der abgedrehte Überraschungshit “The Hangover”. Bester animierter Film wurde, wie zu erwarten, “Oben”, welcher auch für den besten Soundtrack gewann. Das beste Lied stammt jedoch aus dem Musikdrama “Crazy Heart”.
Golden Globes gingen auch an die Schauspieler Jeff Bridges – ebenfalls für das Drama “Crazy Heart” –, an Robert Downey Jr. für “Sherlock Holmes”, an Sandra Bullock für “The Blind Side” und an Meryl Streep für die Komödie “Julie & Julia”.
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Nominiert war auch der österreichische Schauspieler Christoph Waltz, der in Quentin Tarantinos neustem Film “Inglorious Basterds” eine Nebenrolle spielte. Bekannt ist Waltz durch unzählige Fernseh- und Kinoproduktionen, z.B. “Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit” oder “Herr Lehmann”. Christoph Waltz konnte sich in der Kategorie ‘Schauspieler in einer Nebenrolle in einem Kinofilm’ gegen äußerst prominente Konkurrenz durchsetzen. Denn ebenfalls nominiert waren Matt Damon, Woody Harrelson, Christopher Plummer und Stanley Tucci.

Das weiße Band, bester fremdsprachiger Film
Außerdem war die österreichisch-deutsch-italienisch-französische Koproduktion “Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte” vom österreichischen Regisseur Michael Haneke als bester fremdsprachiger Film nominiert. Im Rennen war auch der Film “Zerrissene Umarmungen” von Pedro Almodóvar, der als Favorit galt, doch “Das weiße Band” konnte den begehrten Golden Globe abstauben.
Nun dürfen sich Christoph Waltz wie auch die Produzenten von “Das weiße Band” auf Oscar-Nominierungen freuen. Möglicherweise können sie sich auch dort wieder durchsetzen. In den letzten Jahren waren deutschsprachige Filme ja recht beliebt bei dem weltweit wichtigsten Filmpreis. Caroline Links “Nirgendwo in Afrika” gewann 2003 den Oscar als bester fremdsprachiger Film, 2007 folgte Florian Henckel von Donnersmarcks “Das Leben der Anderen”. Letztes Jahr war zuletzt “Der Baader Meinhof Komplex”nominiert.
Gerade in den Schauspielerkategorien wurden deutschsprachige Schauspieler lange Zeit nicht berücksichtigt. Zuletzt war Armin Müller-Stahl 1996 für seine Nebenrolle in “Shine” nominiert. 1985 war der Österreicher Klaus Maria Brandauer für “Out of Africa” nominiert. Der schweizer-österreichische Maximilian Schell gewann zuletzt 1961 als bester Hauptdarsteller in “Das Urteil von Nürnberg”, danach folgten nur noch drei Oscar-Nominierungen.
Der einzige Deutsche, der einen Hauptdarsteller-Oscar bekam, war der große Emil Jannings. Der gewann bei der allersten Oscar-Verleihung 1929 als bester Hauptdarsteller – allerdings für seine Rollen in zwei Stummfilmen. In Talkies war der deutsche Akzent schließlich nicht mehr so gefragt.

Hangover, Golden Globe für beste Komödie
Bei den Frauen war Marlene Dietrich 1931 für “Marokko” nominiert. Luise Rainer ist die erste Frau überhaupt, die zwei Oscars in Folge gewinnen konnte. Das war 1936 und 1937 als beste Hauptdarstellerin in “Der große Ziegfeld” und “Die gute Erde”. Heute ist die gebürtige Düsseldorferin die älteste noch lebende Oscar-Gewinnerin. Nach ihr wurde keine deutschsprachige Schauspielerin mehr nominiert.
In den Sparten Regie und Musik, insbesondere Technik waren Deutschsprachige bislang erfolgreicher: Der Komponist Hans Zimmer gewann 1995 für seinen Soundtrack zu “Der König der Löwen”. Der Komponist Franz Wachsmann gelang es gleich zwei Mal in Folge, 1951 und 1952, eine goldene Statue zu einzuheimsen.
