Filmkritik “The Book of Eli” mit Denzel Washington + Trailer
29. Januar 2010 von Martin Wolkner
Kategorie: Featured, Film
“The Book of Eli”, ab 18.02.2010 im Kino

THE BOOK OF ELI - Denzel Washington
Bundesstart: 18.02.2010
Genre: Sci-Fi-Western
Regie: The Hughes Brothers
Darsteller: Denzel Washington, Gary Oldman, Mila Kunis, Jennifer Beals, Ray Stevenson
Bewertung: Visuell ansprechende Postapokalypse; großartige, jedoch zu kurze Kampfszenen; Western-Handlung gerade heraus und vorhersehbar, aber spannend; der Anspruch wirkt aufgesetzt; die Enthüllung am Ende ist ein billiger Kunstgriff.
Inhalt: Dreißig Jahre nach dem verheerenden dritten Weltkrieg zieht ein Fremder, Eli (Denzel Washington), allein gen Westen. Der Planet ist karg und die wenigen Überlebenden kämpfen um Trinkwasser und Energie. Gegen Angreifer weiß sich Eli zur Wehr zu setzen. In seinem Rucksack führt er ein heiliges Buch mit sich, welches er um jeden Preis verteidigt.
Sein Weg führt Eli in jene Siedlung, welche Carnegie (Gary Oldman) mit seiner Bande kontrolliert. Vergeblich versucht Carnegie mit Hilfe der jungen Solara (Mila Kunis), Eli zu rekrutieren. Eli verlässt auf der Suche nach einem sicheren Aufbewahrungsort für das Buch das Städtchen und Solara folgt ihm gegen seinen Willen. Weil Carnegie herausfindet, dass Eli das Buch besitzt, verfolgt er Eli und Solara. Er will Elis Buch um jeden Preis haben.
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Kritik: “Die Zukunft der Welt liegt in seinen Händen”, steht auf dem Filmplakat zu “The Book of Eli”. Noch vor kurzem hieß es “Das Schicksal der Welt”, aber das Ende enttäuscht jede Ankündigung. Was Erstlingsdrehbuchautor Gary Whitta geschrieben hat, ist erst einmal ganz spannend, wenn auch ein bisschen pseudo-philosophisch. Zum Ende hin zerbirst die Spannung wie eine schillernde Seifenblase. Um die dann offensichtlich werdende Leere der Geschichte zu kaschieren, hat Whitta eine vermeintlich clevere Wendung zum Schluss eingebaut. Was für ein billiger Kunstgriff das ist, wird sofort nach der ersten Überraschung klar.
Dass die Erzählung des Films überhaupt altbekannt ist, stört bis zu dem blöden Ende zunächst nicht: die Geschichte des Einzelgängers gegen den Rest der Welt ist ganz spannend aufbereitet. Gary Oldman hätte als Bösewicht jedoch noch etwas griffiger sein können. Auch die post-apokalyptische Trostlosigkeit und den Kampf um Wasser (oder andere Rohstoffe) kennen wir durch andere Endzeitfilme wie “Mad Max”, “Postman”, “Tank Girl” etc. Bald erscheint zu diesem Thema auch der Film “The Road” (für 13.05. angekündigt).

Postapokalyptische Kulisse in THE BOOK OF ELI
Die Zwillingsbrüder Albert und Allen Hughes, auch als Hughes Brothers bekannt, haben ihre neuen Film nach “Menace II Society” und “From Hell” durch optisch beeindruckende Mittel gerettet. “The Book of Eli” wird dominiert von karger Landschaft unter brennender Sonne, eingefangen mit gräulich-braunen Filtern. So wirken die Bilder teilweise komplett monochrom.
Um den Film weiter zu ästhetisieren, machen die Hughes Brothers viel Gebrauch von Slow-Motion, was nach Werbeclip aussieht. Leider nur einmal haben sie in Schattenriss gefilmt. Gleich nach der ersten heftigen, aber zu kurzen Kampfszene unter der Brücke wünscht man sich, sie hätten viel mehr in Silhouette gefilmt – und auch mehr Action eingesetzt. Tun sie aber leider nicht! Und das, obwohl Denzel Washington (“American Gangster”, “Malcolm X”) trotz seiner 55 Jahre eine gute Figur macht.
Die staubige Landschaft ruft gewolltermaßen Erinnerungen an amerikanische oder Spaghetti-Western und ihre Geschichten des einsamen Cowboys wach. In Verbindung mit der Kargheit hat das christliche Thema Ähnlichkeiten mit Pier Paolo Pasolinis Film “Das 1. Evangelium: Matthäus”. Doch haben die Hughes Brothers noch ein bisschen Endzeit-Schick (Kurzmäntel und Sonnenbrillen) und ein paar gute Markennamen hinzugepackt.
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Fazit: Die fabelhafte Optik sowie die knackigen, aber zu kurzen Actionszenen und Denzel Washington machen jedoch aus “The Book of Eli” noch lange keinen guten Film. Dafür werfen die logischen Löcher der Geschichte viel zu viele Fragen auf. Am besten kann man den Film ertragen, wenn man kurz vor Ende den Film verlässt und sich selbst ein Ende nach Wahl ausdenkt.
Zur Prinzmusic-Filmkritik von “Up in the Air” mit George Clooney.
